Spiegelbild

Gestern habe ich mich im Spiegel angeschaut, bevor ich duschen gegangen bin. Du hast einen von diesen großflächigen Spiegeln im Badezimmer, die nichts verzeihen. Und mir hat, wie so oft, nicht gefallen, was ich dort sah.

„Ich seh furchtbar aus“, habe ich frustriert gesagt.

Du standst neben mir, hast mich angeschaut und nicht verstanden worum es geht. „Was meinst du?“, hast du gefragt.

„Das hier alles …“, hab ich geantwortet und mit meiner rechten Hand vor meinem Körper rumgefuchtelt, „Ich seh furchtbar aus. Ich hasse es, mich im Spiegel anzuschauen.“ Mittlerweile war ich nicht mehr frustriert, sondern wütend. Irgendwie wütend auf mich selbst.

Du hast mich einen Moment lang durch den Spiegel angeschaut und kurz innegehalten. Dann hast du leise gesagt: „Ich auch nicht. Ich schau mich auch nicht gerne im Spiegel an.“

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Kurz erklärt: Dünne Grenzen (Thin Boundaries)

Ich war gestern bei einem Schlafdoc. Ihr wisst schon, Monster und so. Dabei musste ich überraschend feststellen, dass es um mehr ging als nur ums (Nicht-)Schlafen. Diese 90-Minuten-Sitzung gab mir etwas für mein Leben mit, denn ich lernte ein Konzept kennen, dass mich auf eine völlig überraschende und kontraintuitive Weise erklärte: das Konzept der dünnen Grenzen (engl.: Thin Boundaries).

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Das erste Buch des Lebens

Ich war vorgestern auf meiner ersten Hochzeit und da meine Erwartungen an diesen Tag höher waren als sie wahrscheinlich sein durften, war ich im Vorhinein insgeheim sicher, dass sie nicht erfüllt werden können. Aber so ganz entgegen jeder selbsterfüllenden Prophezeiung und wie so manchmal im Leben wurden sie letztendlich übertroffen. Und als ich da war, wurde mir auch ziemlich schnell klar, warum. Oder weswegen es praktisch unmöglich war, sie nicht zu erfüllen. Dieser Tag war ein Fest der Liebe – aber nicht nur der des Brautpaars. Es war ein Fest der Freundschaft, des Abschieds, des Erwachsenwerdens; für mich ein Tag, an dem ich all das lieben durfte, was bis dahin war und all das willkommen hieß, was nun folgen wird. Es klingt vielleicht ein bisschen zu rührselig, aber es gibt sie nun mal, diese Tage im Leben, die du nie vergisst, weil sie dir alles aufzeigen, was war, ist und sein wird.

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Treffende Worte

Letztens saß ich mit einem Freund zusammen, den ich mit meinen Worten traf. Ich weiß bis heute nicht genau wohin und ob es letztlich gut, oder doch eher beängstigend für ihn war. Aber er erzählte mir eine Geschichte aus seinem Leben und mit allem, was ich über ihn wusste, war die Sachlage für mich klar. Das war nicht irgendeine Geschichte, es war eine Geschichte über Liebe. Und deshalb sagte ich ihm auch, was ich dachte. Ich sagte ihm das, was viele Menschen fühlen, aber nur wirklich wenige verstehen: Er habe Angst vor der Liebe.

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