Alle wollen’s, keiner tut’s

Ich saß letztens mit einer Gruppe von Menschen zusammen, die gemeinsam über ihr Beziehungsleid klagten. Sie fühlten sich richtig gut aufgehoben in dieser Runde, weil sie einander so unglaublich gut verstanden. Das Problem war Folgendes: Sie wohnten alle mit ihrer/m Partner/in zusammen, die/den sie wirklich sehr liebten und was sie ja auch wirklich wollten – aber es war ihnen einfach nicht möglich, mal ein bisschen Zeit für sich zu haben in dieser gemeinsamen Wohnung. Einer teaserte vorsichtig das Problem, der nächste witterte seine Chance um einen Leidensgenossen und ehe ich mich versah, nickten alle zustimmend und sie seufzten sich gegenseitig in ihre ausweglosen Gesichter.

Ich habe ihnen genau eine Frage gestellt: Habt ihr eure Bedürfnisse jemals zu Hause geäußert?

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Monster

Jeden Abend stehe ich vor meinem Endgegner: meinem Bett. Was ich tagsüber liebe, wird abends zu einem Ort, den ich besonders fürchte. Wenn ich daran denke, schlafen zu gehen, kriege ich Angst. Ich tue es trotzdem, denn ich bin müde und ich brauche Erholung, aber niemals gehe ich ohne Angst ins Bett. Ich traue mich oft nicht, mein Bett anzuschauen, weil ich glaube, dass ich die Angst vermeiden kann, wenn ich ihr nicht in die Augen schaue. Es ist, als würde ein Sensemann in meinem Bett liegen, der mich zu sich ruft. Der steht jedoch nicht für den Tod, sondern für die Angst, dafür aber mit der gleichen Unausweichlichkeit; ich kann ihr nicht entkommen. Ein ziemlich düsteres Bild, ich weiß. Aber so fühlt es sich nun mal an.

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