Drei Geschenke für die Liebe

Ich bin für gewöhnlich voller Liebe und verteile sie treu, woimmer ich nur kann. Da alle meine Gefühle ohne Umschweife nach Außen gelangen, habe ich keine Schwierigkeiten, anderen Menschen meine Zuneigung zu zeigen. Ich schreibe aber auch gerne Postkarten und kaufe kleine Dinge, von denen ich weiß, dass sie dem anderen eine Freude bereiten. Ich mag das einfach. Und ich weiß, dass andere das auch mögen. Aber sie es selbst nicht immer geben, oder auch annehmen können. Und gleichzeitig darunter leiden, ihre Liebe nicht so zum Ausdruck bringen zu können, wie sie gerne würden. Ich glaube jedoch: Es gibt hundert Möglichkeiten, einem Menschen zu zeigen, dass man ihn liebt. Aber sie alle – und vor allem die materiellen Dinge – sind völlig unwichtig im Vergleich zu den goldenen Drei: Zeit, Aufmerksamkeit und Glaube.

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Entschieden Erwachsen

Als die NEON dieses Jahr ihr Aus bekannt gab, wurde ich sentimental. Als die Zeitschrift 2013 ihren Pik hatte, war ich dort Praktikantin in der Online Redaktion – ich war Anfang zwanzig und völlig eins mit deren Leitidee. Die NEON war mehr als eine Zeitschrift, sie war ein Statement. Für eine Generation, die sich verloren fühlte oder zumindest noch nicht wusste, wohin mit sich. Eine Stimme für alle 20- bis 30-jährigen, die nicht erwachsen werden wollten. Heute bin ich Ende Zwanzig und die NEON wurde eingestampft. Als würden die schlechten Absatzzahlen mir sagen: Deine Generation hat’s gepackt, deine Schonzeit ist abgelaufen. Es ist Zeit, erwachsen zu werden.

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Alle wollen’s, keiner tut’s

Ich saß letztens mit einer Gruppe von Menschen zusammen, die gemeinsam über ihr Beziehungsleid klagten. Sie fühlten sich richtig gut aufgehoben in dieser Runde, weil sie einander so unglaublich gut verstanden. Das Problem war Folgendes: Sie wohnten alle mit ihrer/m Partner/in zusammen, die/den sie wirklich sehr liebten und was sie ja auch wirklich wollten – aber es war ihnen einfach nicht möglich, mal ein bisschen Zeit für sich zu haben in dieser gemeinsamen Wohnung. Einer teaserte vorsichtig das Problem, der nächste witterte seine Chance um einen Leidensgenossen und ehe ich mich versah, nickten alle zustimmend und sie seufzten sich gegenseitig in ihre ausweglosen Gesichter.

Ich habe ihnen genau eine Frage gestellt: Habt ihr eure Bedürfnisse jemals zu Hause geäußert?

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