Freiwillige Akzeptanz

Der 14. Dalai Lama wurde mit vier Jahren von seinen Eltern getrennt, um zu demjenigen ausgebildet zu werden, der er später einmal werden sollte. Weit entfernt von seiner Familie, fühlte sich der kleine Junge einsam und verlassen. Ein Mönch wurde ihm schließlich zur Seite gestellt, zu dem er eine tiefe Verbundenheit spürte und der viele Jahre als Bezugsperson diente, in diesem neuen Leben, das er noch nicht so ganz verstand. Doch dieser Mönch wurde schließlich versetzt und der Dalai Lama verlor seinen treusten Freund. Viele Jahre später, als der Dalai Lama längst erwachsen war, berichtete er von diesem Erlebnis in einem Interview. Dabei fing er an zu weinen. Der Journalist war irritiert – galt der Dalai Lama nicht schließlich als personifizierte Akzeptanz? Wieso trauerte er auch Jahre später immer noch um seinen Freund? Der heilige Mönch konnte die Verwunderung hingegen nicht verstehen. Es handelte sich schließlich um einen der schmerzlichsten Verluste seines Lebens. Was war also so verkehrt daran, heute noch darum zu trauern?

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