Gefühlsausdruck

Manchmal frage ich mich, wie Schönheit so wehtun kann. Wie mich etwas, das ich sehe oder dem ich begegne, in seiner Vollkommenheit so tief berührt, dass es wehtut. Ich habe das in Momenten wie heute früh. Ich war joggen, aber eigentlich habe ich mir die Welt angeschaut. Ich hab den blauen Himmel gesehen und die dicken Quellwolken; ich habe Menschen gesehen, die mit ihren eigenen Geschichten spazieren gehen. Ich habe meinen Körper gespürt, den klügsten Organismus von allen, der niemals aufhört, mir ein gutes Leben zu ermöglichen. Und diese unaufdringliche Schönheit des Lebens kann einen in Ekstase versetzen – oder eben, wenn man sie wirklich begreift, wehtun.

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Drei Geschenke für die Liebe

Ich bin für gewöhnlich voller Liebe und verteile sie treu, woimmer ich nur kann. Da alle meine Gefühle ohne Umschweife nach Außen gelangen, habe ich keine Schwierigkeiten, anderen Menschen meine Zuneigung zu zeigen. Ich schreibe aber auch gerne Postkarten und kaufe kleine Dinge, von denen ich weiß, dass sie dem anderen eine Freude bereiten. Ich mag das einfach. Und ich weiß, dass andere das auch mögen. Aber sie es selbst nicht immer geben, oder auch annehmen können. Und gleichzeitig darunter leiden, ihre Liebe nicht so zum Ausdruck bringen zu können, wie sie gerne würden. Ich glaube jedoch: Es gibt hundert Möglichkeiten, einem Menschen zu zeigen, dass man ihn liebt. Aber sie alle – und vor allem die materiellen Dinge – sind völlig unwichtig im Vergleich zu den goldenen Drei: Zeit, Aufmerksamkeit und Glaube.

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Die Glücksskala

Ein Tag im April. Ich will nur kurz zum Sportplatz, der direkt gegenüber von meiner Wohnung liegt. Als ich rauskomme, scheint die Sonne, blinzelt mich an und ich merke: Es ist warm. Es ist endlich wieder richtig angenehm warm. Ohne Tasche in der Hand oder auf dem Rücken, nur in wohligen Sportklamotten bekleidet, sind diese paar Meter, die ich gehen muss, absolut vollkommen.

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