Drei Geschenke für die Liebe

Ich bin für gewöhnlich voller Liebe und verteile sie treu, woimmer ich nur kann. Da alle meine Gefühle ohne Umschweife nach Außen gelangen, habe ich keine Schwierigkeiten, anderen Menschen meine Zuneigung zu zeigen. Ich schreibe aber auch gerne Postkarten und kaufe kleine Dinge, von denen ich weiß, dass sie dem anderen eine Freude bereiten. Ich mag das einfach. Und ich weiß, dass andere das auch mögen. Aber sie es selbst nicht immer geben, oder auch annehmen können. Und gleichzeitig darunter leiden, ihre Liebe nicht so zum Ausdruck bringen zu können, wie sie gerne würden. Ich glaube jedoch: Es gibt hundert Möglichkeiten, einem Menschen zu zeigen, dass man ihn liebt. Aber sie alle – und vor allem die materiellen Dinge – sind völlig unwichtig im Vergleich zu den goldenen Drei: Zeit, Aufmerksamkeit und Glaube.

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Die Glücksskala

Ein Tag im April. Ich will nur kurz zum Sportplatz, der direkt gegenüber von meiner Wohnung liegt. Als ich rauskomme, scheint die Sonne, blinzelt mich an und ich merke: Es ist warm. Es ist endlich wieder richtig angenehm warm. Ohne Tasche in der Hand oder auf dem Rücken, nur in wohligen Sportklamotten bekleidet, sind diese paar Meter, die ich gehen muss, absolut vollkommen.

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Freiwillige Akzeptanz

Der 14. Dalai Lama wurde mit vier Jahren von seinen Eltern getrennt, um zu demjenigen ausgebildet zu werden, der er später einmal werden sollte. Weit entfernt von seiner Familie, fühlte sich der kleine Junge einsam und verlassen. Ein Mönch wurde ihm schließlich zur Seite gestellt, zu dem er eine tiefe Verbundenheit spürte und der viele Jahre als Bezugsperson diente, in diesem neuen Leben, das er noch nicht so ganz verstand. Doch dieser Mönch wurde schließlich versetzt und der Dalai Lama verlor seinen treusten Freund. Viele Jahre später, als der Dalai Lama längst erwachsen war, berichtete er von diesem Erlebnis in einem Interview. Dabei fing er an zu weinen. Der Journalist war irritiert – galt der Dalai Lama nicht schließlich als personifizierte Akzeptanz? Wieso trauerte er auch Jahre später immer noch um seinen Freund? Der heilige Mönch konnte die Verwunderung hingegen nicht verstehen. Es handelte sich schließlich um einen der schmerzlichsten Verluste seines Lebens. Was war also so verkehrt daran, heute noch darum zu trauern?

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Es ist niemals nicht leicht

Eigentlich ist es immer ganz einfach. Und ja, da ist es das Wort „eigentlich“, weil auch ich weiß, dass es nicht immer leicht ist. Dass das Leben schwer sein kann und nicht zuletzt auch deshalb, weil wir es uns selbst so schwer machen. So oft habe ich schon Sätze gehört wie: Ja, ich möchte das, aber es ist so schwer… oder: Ich kenne mein Problem, aber ich schaffe es einfach nicht, etwas zu ändern. Sätze wie letztere sind besonders tragisch. Denn hat uns die Lektüre in der Brigitte oder der Therapeut im Sessel gegenüber nicht immer versichert, dass Erkenntnis der erste Schritt zur Veränderung ist? Und gibt es kein frustrierendes Gefühl als das Problem inklusive der Lösung genau zu kennen und doch nichts verändern zu können?

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Wortgeflüster

Jeder Mensch verdient schöne Worte, sagst du immer. Auch die, die dir wehtun. Auch jene, für die alle Anderen keine finden.

Du bist ein guter Mensch. Und ich wünschte, du könntest das sehen. Ich wünschte, du würdest genau hier im Scheinwerferlicht des Clubs, in blau, grün und rot getaucht, erkennen, wie hübsch du bist. Wie du dich zur Musik drehst und du eine von vielen bist, diese Nacht, die ihr Leben feiern. Ich sehe dich an, wie du dich bewegst, mitsingst, tanzt und die Partyfinger zum Takt wippen lässt. Und ich weiß genau, dass all die bunten Farben, dass all die fröhlichen Klänge und die Freude in deinem Gesicht das sind, was du vorgibst zu sein. Was du vorspielst zu fühlen. Aber dass dort eigentlich eine viel tiefere Dunkelheit liegt als in den verwinkelsten Ecken dieses abgeranzten Schuppens. „Wortgeflüster“ weiterlesen