Gefühlsausdruck

Manchmal frage ich mich, wie Schönheit so wehtun kann. Wie mich etwas, das ich sehe oder dem ich begegne, in seiner Vollkommenheit so tief berührt, dass es wehtut. Ich habe das in Momenten wie heute früh. Ich war joggen, aber eigentlich habe ich mir die Welt angeschaut. Ich hab den blauen Himmel gesehen und die dicken Quellwolken; ich habe Menschen gesehen, die mit ihren eigenen Geschichten spazieren gehen. Ich habe meinen Körper gespürt, den klügsten Organismus von allen, der niemals aufhört, mir ein gutes Leben zu ermöglichen. Und diese unaufdringliche Schönheit des Lebens kann einen in Ekstase versetzen – oder eben, wenn man sie wirklich begreift, wehtun.

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Wortgeflüster

Jeder Mensch verdient schöne Worte, sagst du immer. Auch die, die dir wehtun. Auch jene, für die alle Anderen keine finden.

Du bist ein guter Mensch. Und ich wünschte, du könntest das sehen. Ich wünschte, du würdest genau hier im Scheinwerferlicht des Clubs, in blau, grün und rot getaucht, erkennen, wie hübsch du bist. Wie du dich zur Musik drehst und du eine von vielen bist, diese Nacht, die ihr Leben feiern. Ich sehe dich an, wie du dich bewegst, mitsingst, tanzt und die Partyfinger zum Takt wippen lässt. Und ich weiß genau, dass all die bunten Farben, dass all die fröhlichen Klänge und die Freude in deinem Gesicht das sind, was du vorgibst zu sein. Was du vorspielst zu fühlen. Aber dass dort eigentlich eine viel tiefere Dunkelheit liegt als in den verwinkelsten Ecken dieses abgeranzten Schuppens. „Wortgeflüster“ weiterlesen